Erfolgsgeschichten Schule und Beruf Berlin e. V. / Interview mit Jean
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Schule & Beruf: Du hast deinen eBBR erfolgreich bestanden. Was machst du jetzt damit?
Jean: Ich habe mich bei Tchibo beworben. Also eigentlich davor woanders. Zum Beispiel bei Daimler.
Schule & Beruf: Bei Daimler, das wusste ich gar nicht.
Jean: Ja, und bei verschiedenen Autowerkstattsfirmen. Zum Beispiel Scania, MAN, Porsche. Porsche wollte mich einstellen, aber die hatten keinen Ausbildungsplatz in Berlin. Schade. Und ich wollte nicht nach Westdeutschland fahren oder umziehen. Ja, und dann habe ich die Suche im Thema Autos quasi aufgegeben und habe mich dann als Fachkraft für Lebensmitteltechnik bei Tchibo beworben. Zuerst als Mechatroniker, aber die meinten, die würden mich eher als Fachkraft sehen.
Schule & Beruf: Und das machst du bis heute?
Jean: Das mache ich bis heute. Ja.
Schule & Beruf: Machst du noch die Ausbildung?
Jean: Ja, ich bin jetzt im dritten Lehrjahr.
Schule & Beruf: Ah, dann bist du bald fertig?
Jean: Ja, nächstes Jahr im August.
Schule & Beruf: Vor drei Jahren hast du deinen Schulabschluss bei uns gemacht, oder?
Jean: Ja, nahezu drei Jahre, würde ich sagen.
Schule & Beruf: Wie bist du eigentlich damals zu Schule und Beruf gekommen?
Jean: Ich war in einer Tagesklinik und wollte nicht mehr zu meiner alten Schule zurückgehen. Da meinten die aber ich muss wieder in eine Schule gehen, weil ich keinen Abschluss hatte. Da war so eine Lehrerin in der Klinik, die hatte mit mir im Internet so ein paar Sachen angeguckt. Und das Krankenhaus hatte auch selber ein paar Kontakte.
Dann kam ich mit der Lehrerin hierher zu Petra. Und ja, das Aufnahmegespräch, sage ich mal, ging eigentlich ganz schnell. Sie hat mich halt gefragt, warum ich in der Klinik bin und warum ich hierher kommen möchte.
Schule & Beruf: Warum wolltest du hier herkommen?
Jean: Naja, weil mir der weite Weg tatsächlich gefallen hat. Von Neukölln aus bis hierher. Das ist nicht gelogen. Das ist wirklich nicht gelogen. Wieso, weiß ich nicht. Weil ich einfach so ein bisschen rumfahren wollte. Okay, heute ist es ein bisschen anders. Da hab ich irgendwie keinen Bock mehr, rumzufahren.
Schule & Beruf: Was war das Wichtigste, was du bei Schule und Beruf gelernt hast?
Jean: Viele Sachen eigentlich. Das Soziale hat mir sehr geholfen.
Schule & Beruf: Was zum Beispiel? Wenn du sagst, sozial, was meinst du genau?
Jean: Ich habe viele Freunde gemacht. Ich habe in meinen Alltag Routine reinbekommen. Ich meine normal schlafen gehen, normal essen gehen, sowas halt.
Ja, so ein bisschen Disziplin halt auch.
Schule & Beruf: Was ist bei dir am meisten hängen geblieben? Zum Beispiel Ereignis?
Jean: Also das meiste, was ich hier mitgenommen habe, vor allem die Sachen, die mir wirklich im Kopf geblieben sind – sind die ganzen Kontakte, die ich hier geknüpft habe. Viele von denen habe ich danach auch privat weiter getroffen. Und Speed Learning war auf jeden Fall so eine Sache, die hängen geblieben ist. Das kann ich bis heute noch anwenden.
Und sportlich hat sich bei mir auch viel verändert. Vorher habe ich Sport ehrlich gesagt nie so richtig wahrgenommen. Als Robert mir das alles gezeigt hat, habe ich mich dann privat im Gym angemeldet und selbst angefangen zu trainieren. Das wurde mir hier quasi mitgegeben, und ich habe es dann als Hobby für mich übernommen.
Schule & Beruf: Hast du noch irgendwas zu sagen?
Jean: Ich finde dass die Lehrer hier, also dich, Bianca, Annika und alle anderen Mitarbeiter, die hier sind, den Stoff gut vermitteln können.Und dieser therapeutische, soziale Sinn dahinter ist auch sehr gut gewesen.
Schule & Beruf: Hast du einen Rat für diejenigen, die gerade erst bei Schule und Beruf angefangen haben?
Jean: Als ich angefangen habe, da war ich so ein bisschen defensiv gegenüber allen. Also ich habe mit niemandem geredet. – Also nicht so defensiv sein.



